Liebe Leserinnen und Leser , 
noch einmal ein Sommerbild.
Ein blauer Himmel ---- Ein grüner Wald --- Gelbes Korn --- Roter Klatschmohn.
Sogar ein kleiner Marienkäfer surrt herum.
Das ist nicht nur falsch verstandene Romantik – das ist ins Bild gesetzter Schöpfungsglaube.
Wenn ich dieses Bild sehe, habe ich Beethovens berühmten Chorsatz im Ohr – jenes:
Die Himmel rühmen die Ehe GOTTes
Und ich weiß, dass diese Worte zugleich der Anfang eines der Schöpfungspsalmen der Bibel –dem Psalm 19 übrigens - darstellen:
Die Himmel erzählen die Ehre GOTTes,
und die Feste verkündigt SEINER Hände Werk.
Was können „die Himmel“ denn schon erzählen?
Und – was sind denn das eigentlich: „die Himmel“?
Gibt es denn mehrere „Himmel“?
Wenn der antike Mensch „Himmel“ in der Mehrzahl anwendet,
so meint er damit immer die Wohnung GOTTes.
Die Wohnung GOTTes selbst ist es also, die uns etwas „erzählt“.
Vielleicht davon, dass es von jenem unscheinbaren Marienkäfer über 4.000 Arten gibt
oder dass jede Larve dieser Krabbeltierchen bis zu 3.000 Milben und Läuse vertilgt?
Sie erzählt uns damit etwas von der Ehre des GOTTes,
der ihn in seiner Güte und Schönheit geschaffen hat.
Und „die Feste“ – was verkündigt sie und was ist sie überhaupt?
„Die Feste“ ist im antiken Weltbild jene Stelle zwischen Erdscheibe und Himmelskuppel,
an der der darüber befindliche Chaos-ozean in die bewohnte Erde eindringen könnte.
Aber GOTT hat sie „fest“ gemacht (hebräisch: „fest gestampft“), dass dies nicht geschieht.
So zeugt diese „Feste“ für den alttestamentlichen Menschen davon,
dass GOTT den festen Willen hat, diese Erde nicht zu zerstören um der Menschen willen –
und das heute wie damals.
Dieser feste Wille GOTTes und unser festes Vertrauen darauf bedarf wohl heute
einer anderen Umschreibung als damals – verlässlich und hilfreich sind beide immer noch -
heute genauso wie damals.
Ein Tag sagt's dem andern, und eine Nacht tut's kund der andern,
ohne Sprache und ohne Worte; unhörbar ist ihre Stimme.
Ihr Schall geht aus in alle Lande und ihr Reden bis an die Enden der Welt.
Wieder wird von Botschaften geredet – Botschaften von GOTT - die der Tag und die Nacht für Menschen haben.
Ein Tag gibt die Botschaft weiter an den nächsten und eine Nacht an die nächste.
Und so geht die Botschaft weiter von Generation zu Generation.
Es ist die Botschaft vom GOTT, der diese Welt so wunderbar erschaffen hat für uns Menschen und der sie genauso wunderbar erhält für u ns Menschen.
Immer noch gilt, was GOTT Noah nach der Sintflut zusagte:
„ Nie wieder will ich diese Erde zerstören...“
Mögen noch so viele Schwarzseher das Ende der Welt herbeizerren wollen, GOTTes Zusage gilt.
Und Menschen aller Zeiten haben diese Zusagen immer in GOTTes Handeln entdeckt –
weniger in noch so guten Worten. Aber die Botschaft vom Schöpfergott, der seine Schöpfung erhalten will, breitet sich dennoch aus und jeder, der es wirklich will, kann sie ergreifen und für sich nutzen. Man muss es nur wollen, dann rühmt jedes kleine Käferbeinchen und jedes riesige Elefantenbein diesen seinen Schöpfer, und jedes neu geborene Kind ist eine neue Schöpfung. Da mag man sich streiten darum, ob GOTT diese Erde in sieben Tagen erschuf, oder nicht:
Für mich setzt sich die Schöpfung immer wieder weiter fort und ist der Schöpfer am Werke – mit jedem neuen Tag und mit jedem neuen Geschöpf, was wächst und irgendwann geboren wird. Und wenn ich meine Enkelkinder Emma und Emil eine Weile nicht gesehen habe, staune ich regelmäßig darüber, was die beiden inzwischen gelernt und welche Fähigkeiten sie sich inzwischen erworben haben – für mich auch ein Sinnbild dafür, wie GOTTes Schöpfung weiter geht.
ER hat der Sonne ein Zelt am Himmel gemacht;
sie geht heraus wie ein Bräutigam aus seiner Kammer
und freut sich wie ein Held, zu laufen ihre Bahn.
Sie geht auf an einem Ende des Himmels
und läuft um bis wieder an sein Ende,
und nichts bleibt vor ihrer Glut verborgen.
Und da ist die Sonne, die mich zwar jetzt mit ihren 35 o und mehr nervt und in Schweiß bringt, von der ich aber genau weiß, wie nötig und unverzichtbar sie ist.
In ihr zeigt sich GOTTes Schöpfungshandeln besonders gut und auch die Glaubensaussage, dass GOTTes Schöpfung etwas ist, was nie zum Abschluss kommt, bestätigt sich in besonderer Weise in ihr.
Die Sonne war in vielen Religionen in der Zeit der Entstehung dieses Psalms eine Gottheit.
Deshalb ist es besonders zu beachten, wenn der jüdische Beter von seinem GOTT sagt,
ER habe der Sonne ein Zelt am Himmel gemacht:
So lebensnotwendig die Sonne für die Schöpfung auch sein mag:
Sie ist zugleich ein Teil der Schöpfung - ausgewählt vom Schöpfer, um SEINE Schöpfung zu erhalten. Und in diesem – für uns sichtbaren und auch unsichtbaren – Universum gib t es Sonnen, die tausendfach größer sind als unsere Sonne und deren Leuchtkraft millionenfach größer ist. Und dennoch: alles gewollt vom Schöpfer –so, wie wir Menschen gewollt sind.
Das aber ist der eigentliche Sinn der Schöpfung und die eigentliche Absicht des Schöpfers:
Wir Menschen – jeder einzelne von uns – sind gewollt und nicht Produkt irgendeines „Zufalls“. Wir sind gewollt, weil wir geliebt sind – von GOTT geliebt.
So mancher von Ihnen wird jetzt die Zeit nutzen, in Urlaub zu fahren
oder auch in seinem Garten zu sitzen.
Zeit, sich ihre Umgebung genauer anzuschauen und sich zu fragen:
Ist das, was ich da sehe, wirklich nur „zufällig“ da – oder waltet nicht im kleinsten Käfer, der über einen Grashalm krabbelt, dieser Schöpfergott, der alles – so sagt es der erste Schöpfungsbericht immer wieder – „gut“ gemacht hat.
Zeit, sich geliebte Menschen anzuschauen und sich zu fragen:
Ist meine Bindung an sie und ihre Bindung an mich wirklich nur „zufällig“ –
oder waltet nicht in der kleinsten Gefühlsäußerung dieser Schöpfergott, der den Menschen – auch das sagt der erste Schöpfungsbericht – „sehr gut“ gemacht hat.
Oder vielleicht ist es auch ein Kornfeld mit Mohn und einem kleinen Marienkäfer,
der Sie einstimmen lässt in den Ruf, den Beethoven so genial vertont hat:
Die Himmel rühmen die Ehe GOTTes
Eigentlich ist es auch ziemlich gleich, w a s das ist, dass Sie zum Lob des Schöpfers bringt
– wichtig ist nur, dass es laut wird.
Das wünscht sich – stöhnend über die Hitze der Sonne und dennoch zugleich dankbar für das Licht dieses Geschöpfes - Ihr
Pfr. Lohmann
im Namen aller Mitarbeiter und Kirchvorsteher des Kirchspiels Groitzsch.